Behandlungsbeginn

Abhängig vom Befund, das heißt der Ausprägung, des Schweregrads und der Art der Zahn- oder Kieferfehlstellung kann eine kieferorthopädische Behandlung durchaus schon im Milchgebiss oder im Säuglingsalter Sinn machen. Das ist zum Beispiel der Fall bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder Trisomie-21 („Down-Syndrom“). Diese Fälle bilden aber die Ausnahme. Ebenso selten, aber dennoch möglich, ist die Behandlung von Kindern bis ca. 7 Jahre, wenn das Risiko besteht, dass sich eine vorhandene Anomalie im Kieferwachstum ohne Behandlung massiv verstärkt und später nur noch unter erheblichem Aufwand korrigiert werden könnte.

Am häufigsten jedoch macht der Behandlungsbeginn in der zweiten Wechselgebissperiode im Alter von 9 – 12 Jahren Sinn. In dieser Zeit ist die Prognose besonders gut, da noch nicht alle Zähne durchgebrochen sind und der Zahnhalteapparat inklusive des Kiefergelenks durch das ausstehende Wachstum form- und beeinflussbar ist. Außerdem ist die Kooperationsbereitschaft der Kinder in dieser Zeit höher als in den Jahren zuvor.